Smålandsfahrwasser - 2026

Veröffentlicht am 26. Mai 2026 um 22:41

 1. Tag - Samstag 23.05.2026 - von Augustenborg nach Bagenkop

Das Wetter ist wie angekündigt sonnig und warm. Auch der Wind sollte heute mit max. Bft 3 kein Thema sein. Nach entspanntem Frühstück soll es losgehen. Als erstes kann der Motor nicht gestartet werden - keine Spannung für Zündung und Startenmotor. Erstmal Rücksprache mit dem Werftmeistrer - beim Probelauf war wohl alles ok aber man hätte den Hauptschalter ausgeschaltet.... Nun erstmal gucken was alles an der Notschaltung für die Verbindung Verbraucher- zur Starterbatterie geschaltet wurde. Spannung liegt an, Motor startet - also nichts wie los in den Sommerulaub 2026.

Bei viel Sonne und wenig Wind laufen aus dem Augustenborg Fjord in den Als Sund und weiter nach Sonderburg. An der Zahl der nordwärts laufenden Boote erkennt man das Pfingstwochenende. Zum Glück passieren wir die Brücke in Sonderburg ohne Wartezeit und laufen in die Flensburger Außenförde Richtung Kegnaes und dann mit direktem Kurs auf Bagenkop. Das sind dann doch ca. 27 sm und erst nach fast 6 Stunden kommt Bagenkop auf auf Langeland in Sicht. Wir sind zunächst froh, dieses Ziel erreicht zu haben, denn die Kette an AIS-Signalen, die sich Richtung des bekannten Hot Spots Marstal zieht, ist schon beachtlich.

Nach ruhiger Passage erreichen wir dann Bagenkop. Schon bei der Einfahrt in den gut geschützen, ehemaligen Fährhafen wird klar - das wird spannend ! Es ist richtig voll ! Erste Päckchen in den Boxengassen. Wir laufen nacheinander in alle Gassen ein. Erster Versuch eine freie Box mit 2,4 m Bezeichnung scheitert dann an unserer 3,05 m Breite. Dann der Hinweis, zwei Reihen weiter wäre noch was frei mit 2,9 m. Tatsächlich, die allerletzte freie Box. Und 2,9 m passt dann auch ! Hafenkino vom feinsten !!!

Zum Glück sind wir untergekommen - aber größere Geschwaderfahrten aus Deutrschland und der Pfingstbetrieb machen den ganzen Hafen zu einer Art Volksfest mit tausenden deutschen Besatzungen und hundert Grills... muss man mögen aber obgleich des Datums und des guten Wetters keine Überaschung. Ansonsten ein netter Hafen mit aktiver Fischerei und Werftbetrieb. Zwar nett aber mogen wollen wir weiter in der Hoffung auf einen ruhigeren Hafen.

Heute 6,8 Motorstunden und 31 sm.

 

 2. Tag - Sonntag 24.05.2026 - von Bagenkop nach Kragenaes

Frühes Aufstehen hilft nicht. Um 07:00 Uhr gibt es erwartungsgemäss Schlange an den Duschen. Wirklich nicht unsere Welt. Also Katzenwäsche an Bord, Hunderunde zum Brugsen und Frühstück mit frischem dänischen Weißbrot. Doch noch ein Highlight.

Auslaufen mit rücksichtlosen Skippern wieder ein Negativ-Highlight dann raus auf die Ostsee. Alle laufen Richtung Deutschland, nur wir nicht. Draussen ist NW-Wind mit Bft 4 und dis zur Südspitze von Langeland sorgt die Welle von der Seite für Bewegung im Boot. Nach 20 min wird es ruhiger, keine Wellen und keine Segler mehr. Der Wind lässt etwas nach und wir queren kurz nach der Südspitze Langelands das Fahrwasser des Großen Belts. Dann geht es bei Sonne und weiter nachlassendem Wind entlang der Küste Lollands Richtung Norden und dann entlang der 5m-Linie um die Nord-West-Ecke Lollands. Für die Anssteuerung auf Kragenaes entscheiden wir uns für den Raago Sund mit 3 m Wasser. Mit guten Karten im Plotter und Aufmerksamkeit kein Problem.

Bei allerbestem, sonnigem und warmem Pfingstwetter erreichen wir den Hafen vom Kragenaes über eine gut betonnte Rinne. Es gibt trotz einiger Pfingstbesucher noch reichlich Platz und wir finden eine Box westlich des Bollwerks in der Mitte des Hafens. Eine Box mit Rasen am Bug. Sehr nett und vor allem ruhig und entspannt.

An der Marina ist auch noch ein Campingplatz mit dem die Sanitäranlagen geteilt werden. Alles sehr nett, sauber und ruhig. 

Nur ca. 1 km von der Marina sind die sogenannten Dodekalitten zu bestaunen. Eine kreisförmmige Sammlung von überlebensgrossen Steinskulpturen  der Neuzeit inkl. Computer-Tonuntermalung. Auf jeden Fall ein schöner Spaziergang mit schöner Aussicht auf die Inselwelt des Smaalandfahrwassers.

Heute 5,8 Motorstunden und 25 sm. 

 

3. Tag - Montag 25.Mai 5. 2026 - Kragenaes nach Dybvig / Fejö

Auch am Pfingstmontag lacht die Sonne vom blauen Himmel. Im Hafen herrscht entspannte Aufbruchstimmung nach dem Wochenende. Als letzte Gäste machen wir uns gegen 11:00 auf den Weg, um nach Fejö zu verholen. Die Idee ist, dass auch dort zum Ende des Pfingstwochenendes Ruhe einkehrt.  Die Überfahrt bedarf durchaus eines Blickes in die Seekaarte, ist dann aber unkompliziert und dauert etwas weniger als eine Stunde. 

Durch eine schmale betonnte Rinne mit etwa 2,5 m Tiefe erreichen wir den kleinen Inselhafen. Gäste ligen hier längsseits im inneren Hafen und an den äußeren Holzmolen. Wie erhofft ist der Hafen bis auf die Dauelieger außen in den Boxen leer. Wir suchen uns einen Platz längsseits rechts neben dem Hafenbecken. Gute Sicht ins Grüne und auf die flache Bucht neben dem Hafen. Wasser, Strom und Sanitärblock alles direkt nebenan und nur für uns. Herrliche Ruhe ! 

Der kleine Inselhafen Dybvig liegt wirklich malerisch und jetzt im Frühlung mit all den blühenden Bäumen und Sträuchern ist es wirklich schön. Das Hafencafe hat noch nicht geöffnet. Auf dem Spaziergang in den Ort Österby ist alles eher ausgestorben. Da es Pfingstmontag ist, hat auch der Kaufmann im Dorf schon geschlossen. Kurzer Besuch bei der alten Mühle und dann durch die blühende Lanschaft zurück zum Hafen. Hier ist wirklich nicht viel los, aber so ein ruhiger Ort ist auch mal sehr entspannend.  Bei Bedarf und nach telefonischer Anmeldung könnte man hier auch tanken - es gibt sogat GTL, allerdings zu einem ordentlichen Preis. Wir wollen zwar auch am liebsten nur mit GTL auftoppen aber wir warten doch noch mit bunkern. 

Die Bordküche spuckt heute dann noch Backfisch mit Reis aus und wir geniessen im Anschluss das geniale Sonnenwetter und die Natur.

Heute 0,9 Motorstunden und 4,5 sm.

 

 

4. Tag - Dienstag 26.05.2026 - von Dybvig / Fejö nach Nyköbing / Falster

Bei immernoch bestem Sonnenwetter und schwachem Wind aus NW verlassen wir Fejö mit Ziel Nyköbing. Östlich von Fejö ist eine recht schmale Rinne, nur mit Untiefentonnen markiert, zu passieren. Dann Kurs auf die nächste Passage und dann weiter zur ersten Tonne des Fahrwassers in den Guldborgsund. Wie tags zuvor wird klar, dass es etwas Vorbereitung mit der Seekarte braucht, aber dann ist es unkompliziert und bei dem guten Wetter auch wirklich schön hier durch das Smaalandsfahrwasser zu fahren.

Kurz vor der Einfahrt in den Guldborgsund zieht östlich ein plötzlich aufgekommenes Gewitter vorbei. Die Sonne kommt schnell wieder raus aber der Wind frischt deutlich auf. Wir merken die aufkommenden Wellen nur kurz bevor wir in den Sund einlaufen und die Guldborg-Brücke passieren. (4 m Durchfahrtshöhe genügen für uns...) Der gut betonnte Sund schlängelt  sich Richtung Süden. Nach kurzer, entspannter Fahrt kommt dann auch Nyköbing in Sicht. Wir laufen in den Nordhafen beim Boatclub Guldborgsund ein. Da der Wind inzwischen recht frisch bläst, wollen wir nicht an den Gästeplätzen außen an der Mole festmachen, sondern laufen in den Hafen ein. Auch hier sind reichlich freie Boxen zu finden. Als wir in unserer Box auf der Innenseite der Außenmole einlaufen hat der Wind deutlch nachgelegt und beim Festmachen muss der Motor immer mal unterstützen. Mit freundlicher Hilfe von Land sind wir schnell sicher fest und können den Ausblick auf den Guldborg Sund geniessen.

Die Lage am Sund und die Nähe zur Innenstand sind top. Einzig die moderne bis 6-stöckige Wohnbebauung direkt an der Marina ist Geschmackssache. Für unsere Bordhündin sind dadurch auch die Grünflächen stark limitiert. Aber auch das findet sich.

Wir genissen dann den windigen aber sonnigen Abend mit frisch Gekochtem aus der Bordküche (Paprika, Tomaten und Rindfleich mit Nudeln) und Sonnenuntergang über dem Guldbog Sund aus der ersten Reihe.

Heute 3,4  Motorstunden 20 sm.

 

5. Tag - Mittwoch 27.05.2026 - Hafentag Nyköbing

Nachts hören wir den NW-Wind deulich und auch das Plätschern am Boot. Dennoch schläft die Besatzung aus und nach Frühstück mit viel Sonne machen wir uns auf den kurzen Weg in die Innenstadt. Es gibt viele schöne alte Häuser und eine belebte Innenstadt mit vielen Läden und Restaurants in alten schön erhaltenen Gebäuden. Der Wind ist angenehm kühl und der ausgiebige Spaziergang bei blauem Himmel ist schön für Mensch und Bordhund.

In direkter Nähe zum Yachthafen gibt es Annes Fisk - ein Fischgeschäft, wie man es leider selten findet. Ein super Angebot an Fisch in allen Variationen. Wir kaufen dort unser heutiges Abendbrot - uns sind mehr als zufrieden.

Auch heute wieder Abendsonne zum Sundowner !


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